Die undichte Stelle am Dach finden Sie am schnellsten, wenn Sie von innen nach außen vorgehen. Fangen Sie am nassen Fleck an, folgen Sie der Wasserspur im Dachboden nach oben und schräg hangaufwärts, und prüfen Sie dann von unten die typischen Schwachstellen wie Anschlüsse, Durchdringungen und Kehlen. Auf einem Steildach kommen Sie so oft schon weit. Beim Flachdach wandert das Wasser dagegen unsichtbar durch die Dämmung. Dort findet nur ein Fachbetrieb mit Messtechnik das Leck sicher. Hier lesen Sie, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, woran Sie die Eintrittsstelle erkennen und wann Sie den Dachdecker rufen sollten.
Bevor Sie mit der Suche beginnen, begrenzen Sie den Schaden. Stellen Sie Eimer oder eine Wanne unter die Tropfstelle, legen Sie Handtücher aus und rücken Sie Möbel weg. Tropft es in der Nähe von Lampen, Steckdosen oder Verteilerdosen, schalten Sie den betroffenen Stromkreis am Sicherungskasten ab.
Im Dachboden hilft eine wasserfeste Baufolie, die Sie von innen unter der vermuteten Stelle befestigen und so führen, dass das Wasser in einen Behälter läuft. Steigen Sie nicht bei Regen, Wind oder Glätte aufs Dach. Ein Sturz vom Dach ist gefährlicher als jeder Wasserschaden, und eine provisorische Abdeckung von außen gehört in die Hände von Leuten mit Sicherung und Gerüst.
Dokumentieren Sie alles von Anfang an: nasse Stellen, Tropfpunkte, beschädigte Gegenstände, Datum und Wetter. Die Verbraucherzentrale rät, den Schaden mit Fotos oder Video festzuhalten, beschädigte Dinge zunächst nicht wegzuwerfen und weitere Schäden so weit wie möglich zu verhindern. Diese Bilder helfen später auch dem Dachdecker bei der Suche, denn sie zeigen, wo das Wasser zuerst auftrat. Einen ausführlichen Ablauf für die ersten Stunden finden Sie in unserem Beitrag zum Vorgehen bei undichtem Dach.

Die größte Falle bei der Suche: Der Wasserfleck an der Zimmerdecke verrät nur, wo das Wasser aufgegeben hat, nicht wo es hereingekommen ist. Auf dem Weg dorthin nutzt es jede Bahn, die es findet.
Daraus folgt die Grundregel: Suchen Sie immer oberhalb und hangaufwärts der nassen Stelle, nie nur direkt darüber. Gute Hintergrundinfos dazu, wie Fachleute bei der Diagnose vorgehen und warum ein dokumentierter Befund mehr wert ist als eine schnelle Vermutung, bietet ein Überblick über Ursachen und Reparatur von Dachlecks.
Wenn der Dachboden zugänglich ist, gehen Sie bei Tageslicht oder mit einer starken Taschenlampe so vor:
In ausgebauten Dachgeschossen fehlt dieser Blick. Hier deuten abblätternde Farbe, bröckelnder Putz, Schimmelflecken in Ecken und an Dachschrägen sowie aufgequollene Fensterlaibungen auf den Bereich hin. Tritt das Wasser rund um ein Dachfenster aus, lohnt ein Blick in unseren Praxischeck, wenn das Dachfenster undicht ist.
Vom Boden aus erkennen Sie mehr, als Sie denken. Nehmen Sie ein Fernglas oder den Zoom Ihres Smartphones und prüfen Sie von der Straße, aus dem Garten und vom Nachbargrundstück aus:
Nach einem Unwetter gilt: Lose Ziegel können bei der nächsten Böe herabfallen. Halten Sie Abstand und sperren Sie Wege notfalls ab. Was danach zu tun ist, beschreiben unsere Ratgeber zum Sturmschaden am Dach und zum Hagelschaden am Dach.
Was Sie vom Boden aus nicht einsehen, etwa Kehlen auf der Rückseite oder den Schornsteinkopf, zeigt eine Drohne aus nächster Nähe, ohne dass jemand das Dach betreten muss. Das schont empfindliche Deckungen und liefert Fotos, die Sie direkt Ihrer Versicherung schicken können.

Die meisten Lecks am geneigten Dach entstehen nicht in der Fläche, sondern dort, wo die Deckung unterbrochen wird oder zwei Bauteile aufeinandertreffen.
| Bereich | Typische Ursache | Woran Sie es innen erkennen |
|---|---|---|
| Schornstein | gelöste Blechverwahrung, gerissene Kappleiste, poröses Mauerwerk | Feuchtigkeit rund um den Kamin, Verfärbungen am Wechsel |
| Dachfenster | defekter Eindeckrahmen, verstopfte Ablaufrinne oben, Kondensat | Wasser an der Laibung, nasse Fensterbank, Flecken unterhalb |
| Kehle | Laub, verrutschte Ziegel, korrodiertes Kehlblech | Laufspuren entlang der Kehlsparren |
| First und Grat | lose Firstziegel, gealtertes Firstband | Tropfen in Dachbodenmitte, nasse Firstpfette |
| Gauben | undichte Wandanschlüsse, Flachdach der Gaube | Flecken an der Gaubenwange oder darunter |
| Durchdringungen | Antennen, Lüfter, Solarbefestigungen ohne saubere Manschette | punktuelle Nässe direkt am Rohr oder an der Halterung |
| Fläche | gebrochene oder verrutschte Ziegel, Sturmschaden | Wassersack in der Unterspannbahn, Lichtpunkte |
| Traufe | Rinne verstopft, Wasser staut zurück | Nässe an Fußpfette und Außenwandoberkante |
Seltener, aber tückisch sind Fehler im Dachaufbau selbst. Laut TÜV SÜD führen undichte Anschlüsse der Dampfbremse nahezu immer zu Beeinträchtigungen. Dann kommt das Wasser nicht von außen, sondern als Tauwasser aus der Raumluft. Mehr dazu weiter unten und in unserem Beitrag zur Dampfsperre am Dach.
Beim Flachdach hilft der Blick in den Dachboden selten, weil es keinen gibt. Abdichtung, Dämmung und Dampfsperre liegen als dichtes Paket aufeinander. Dringt Wasser durch eine undichte Naht ein, verteilt es sich in der Dämmung und tritt irgendwo an der Decke aus.
Typische Leckstellen am Flachdach sind:
Die Entwässerung ist dabei oft der unterschätzte Faktor: Ein zugesetzter Ablauf lässt Wasser über die Anschlusshöhe steigen. Prüfen Sie Abläufe und Rinnen deshalb vor allem im Herbst. Wie eine funktionierende Entwässerung aufgebaut ist, zeigt unser Beitrag zur Flachdachentwässerung.
Viele versuchen, das Dach abschnittsweise zu bewässern, bis es drinnen tropft. Am Flachdach ist das keine gute Idee. Das Fachportal Baunetz Wissen hält fest, dass sich die Wasserprobe nicht zur Leckageortung eignet: Selbst wenn es nicht tropft, kann die Konstruktion schon durchnässt sein. Im schlimmsten Fall fluten Sie die Dämmung und vergrößern den Schaden.
Für die Leckortung am Flachdach gibt es zerstörungsfreie Verfahren. Bei der Elektroimpulsmessung nutzt der Fachbetrieb, dass nasse Stellen Strom leiten, und findet so Fehlstellen in der Abdichtung. Bei Rauchgas- oder Tracergasverfahren wird ein Prüfgas unter die Abdichtung gebracht und dort gemessen, wo es austritt. Hinzu kommen die Prüfung der Nähte und fest installierte Messgitter bei größeren Dächern. Thermografie liefert Hinweise auf nasse Bereiche, reicht allein aber oft nicht für eine genaue Ortung.
Wo die Messung nicht eindeutig ist, helfen gezielte Probeöffnungen. Die Fachzeitschrift DDH empfiehlt, verteilte Öffnungen zu setzen, um Zustand von Dämmung und Dampfsperre zu beurteilen, und alles schriftlich und mit Bildern zu dokumentieren. Wer verstehen will, wie Warmdach und Kaltdach aufgebaut sind und warum das für die Feuchte im Aufbau entscheidend ist, findet einen anschaulichen Vergleich unter Warmdach und Kaltdach im Vergleich.
Nicht jede nasse Stelle unter dem Dach ist ein Loch in der Deckung. Gerade in der kalten Jahreszeit schlägt sich warme, feuchte Raumluft an kalten Bauteilen nieder. Diese Hinweise helfen bei der Unterscheidung:
Kondensat ist kein harmloser Ersatz für ein Leck. Es durchfeuchtet Dämmung und Holz genauso und hat seine Ursache meist in einer beschädigten oder schlecht angeschlossenen Dampfbremse oder in fehlender Hinterlüftung. Bei Flachdächern mit Hölzern im Dämmquerschnitt treten laut TÜV SÜD ohne Hinterlüftung auffallend häufig Mängel auf. Hier muss der Fachbetrieb den Aufbau beurteilen.
Rufen Sie einen Dachdecker, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
Was die Suche kostet, hängt stark davon ab, wie schnell sich das Leck eingrenzen lässt. Ein klarer Fall am Schornstein ist in kurzer Zeit erledigt. Ein Flachdach mit durchfeuchteter Dämmung braucht Messtechnik, vielleicht Probeöffnungen und mehr Zeit. Wichtige Kostentreiber sind Dachhöhe und Zugang, also ob Leiter, Hubarbeitsbühne oder Gerüst nötig sind, außerdem das Messverfahren und der Umfang der Dokumentation. Lassen Sie sich vorab erklären, wie der Betrieb vorgeht und was im Preis enthalten ist, und trennen Sie gedanklich Ortung und Reparatur. Wie eine fachgerechte Reparatur danach abläuft, lesen Sie in unserem Beitrag zur Dachreparatur.
Für Schäden am Gebäude selbst ist nach Angaben der Verbraucherzentrale grundsätzlich die Wohngebäudeversicherung zuständig, für beschädigten Hausrat kann die Hausratversicherung greifen. Ob gezahlt wird, hängt von Ihrem Vertrag und der Ursache ab. Ein Sturmschaden ist etwas anderes als eine über Jahre gealterte Abdichtung. Lesen Sie Ihre Bedingungen genau, bevor Sie mit dem Versicherer sprechen.
So gehen Sie vor:
Gerade beim letzten Punkt zahlt sich eine saubere Leckortung aus. Ein Bericht, der Ursache, Lage und Umfang des Schadens mit Bildern belegt, ist für die Regulierung deutlich mehr wert als die Vermutung, dass es wohl am Kamin liegt.
Seit 1954 rufen uns Eigentümer aus Bornheim, Köln, Bonn und Umgebung, wenn es durchs Dach tropft. Viele haben vorher schon selbst gesucht, manchmal erfolgreich, oft aber an der falschen Stelle. Das ist kein Vorwurf: Wasser wandert, und wer nicht täglich Dächer öffnet, sieht den Weg nicht.
Unsere Erfahrung ist eindeutig: Ein Dach wird dauerhaft dicht, wenn die Ursache gefunden ist, nicht wenn der Fleck verschwunden ist. Deshalb nehmen wir uns für die Suche Zeit, schauen von innen und außen und setzen dort, wo es sinnvoll ist, die Drohne ein. So sehen wir Schornsteinköpfe, Kehlen und Anschlüsse aus nächster Nähe, ohne die Deckung zu belasten, und Sie bekommen Bilder für Ihre Unterlagen.
Als Meisterbetrieb in zweiter Generation decken wir Steil- und Flachdach, Dachfenster, Dämmung und auch Asbestsanierung nach TRGS 519 ab. Das heißt für Sie: ein Ansprechpartner von der Ortung bis zur Reparatur oder Sanierung, persönlich beraten durch die Geschäftsführung.
Electus
Wenn Sie die undichte Stelle nicht sicher finden oder das Dach nicht selbst betreten wollen, übernehmen wir die Suche. Mit unseren Drohnendachinspektionen prüfen wir Ihr Dach in Bornheim, Köln, Bonn und Umgebung aus nächster Nähe und dokumentieren den Befund mit Bildern.

Ist die Ursache gefunden, reparieren wir gezielt oder planen bei größeren Schäden eine Dachsanierung. Einen Überblick über alle Leistungen, von der Dachwartung bis zur Hubarbeitsbühne, finden Sie auf unserer Leistungsseite.
Am Steildach mit zugänglichem Dachboden oft ja: Folgen Sie der Wasserspur vom Fleck aus nach oben und prüfen Sie Unterspannbahn, Sparren und Anschlüsse, am besten bei Regen. Vom Boden aus erkennen Sie mit dem Fernglas verrutschte Ziegel oder lose Bleche. Aufs Dach steigen sollten Sie nicht, und beim Flachdach ist eine Messung durch den Fachbetrieb der sichere Weg.
Dann liegt die Ursache meist an einer Stelle, die nur unter Last versagt: Schlagregen drückt Wasser unter Ziegel oder Anschlussbleche, eine überlaufende Rinne staut zurück, oder eine Kehle läuft bei viel Wasser über. Notieren Sie Windrichtung und Regenstärke, wenn es tropft. Diese Angaben helfen dem Dachdecker, die betroffene Dachseite schnell einzugrenzen.
Das hängt vom Vertrag und der Ursache ab. Bei einem versicherten Schaden, etwa durch Sturm, ist für das Gebäude grundsätzlich die Wohngebäudeversicherung zuständig. Klären Sie das Vorgehen möglichst schriftlich mit Ihrem Versicherer und bewahren Sie Fotos und den Befund des Fachbetriebs auf.
In aller Regel ja, denn Dach und Abdichtung gehören zu den Bauteilen, die das gesamte Gebäude schützen. Melden Sie den Schaden deshalb sofort der Hausverwaltung, statt selbst einen Handwerker zu beauftragen. Im Zweifel klärt ein Blick in die Teilungserklärung oder eine Beratung beim Fachanwalt für Wohnungseigentumsrecht die Zuständigkeit.